Anno MMXXVI · Glück auf!Über die GildeWörterbuchEnglishDeutsch

Eine Chronik der Holzkunst aus dem Erzgebirge

KapitelI

Das Erzgebirge

Land, Silber und Bergleute
Winter im Erzgebirge: verschneite Felder und Fichtenwald, ein Dorf mit weißem Kirchturm, Nebel im Tal.
Das Erzgebirge im Winter, Fichten auf der Hochfläche und ein Dorf, das sich durchs Tal zieht.

Rund 150 Kilometer weit zieht sich das Erzgebirge an der Grenze zwischen Sachsen und Böhmen entlang. Von Norden steigt es sanft und über viele Kilometer an; nach Böhmen hin fällt es in einer steilen Wand zum Tal der Eger ab. Sein Name verrät, wofür man es schätzte: das Erz.

Rund achthundert Jahre lang, vom 12. bis ins 20. Jahrhundert, holten die Menschen hier Silber, Zinn, Kobalt, Eisen und zuletzt Uran aus dem Berg. Der Bergbau schuf die Städte, den Reichtum Sachsens und die Bräuche, die bis heute die Weihnachtszeit im Gebirge prägen. Dieses Kapitel folgt ihm vom ersten Silber bis zur letzten Schicht.

Ein hohes, raues Land

Der höchste Gipfel des Gebirges, der Keilberg (tschechisch Klínovec), erreicht auf böhmischer Seite 1244 Meter. Jenseits der Grenze steht der Fichtelberg, mit 1215 Metern der höchste Berg Sachsens, und an seinem Fuß liegt Oberwiesenthal, die höchstgelegene Stadt Deutschlands.

Oben am Kamm ist das Jahr lang und kalt. Zum Kamm hin zählen die sächsischen Hänge 110 bis 160 Frosttage im Jahr, Schneeverwehungen sind häufig, und Raureif und Schneelast brechen in den Hochlagen regelmäßig Bäume. Spätestens im ausgehenden 18. Jahrhundert hatte das obere Erzgebirge einen Spitznamen weg, „Sächsisches Sibirien“, und seine Bewohner nahmen ihn übel: Ein Aufsatz von 1885 klagt, „Gott weiß wer“ habe ihn aufgebracht.

Bis ins 12. Jahrhundert war das Gebirge weitgehend unbesiedelter Wald. Erst dann begannen Bauernfamilien, ihn zu roden, und bald folgten ihnen die Bergleute.

Das Gebirge und seine Bergstädte

Die Grenze folgt dem Kamm. Die meisten alten Bergstädte liegen am sanften sächsischen Hang; die böhmischen Städte sitzen oben an der Abbruchkante.

Gestochene Reliefkarte des Erzgebirges: der steile Südabfall nach Böhmen, die sanfte Nordabdachung nach Sachsen, Flüsse und die Grenze auf dem Kamm.
  • Sachsen
  • Böhmen
  • Freiberg
  • Annaberg-Buchholz
  • Marienberg
  • Schneeberg
  • Schwarzenberg
  • Johanngeorgenstadt
  • Oberwiesenthal
  • Olbernhau
  • Seiffen
  • Joachimsthal (Jáchymov)
  • Graupen (Krupka)
  • Fichtelberg
  • Keilberg (Klínovec)
  • Chemnitz
  • Aue
  • Altenberg
Gestochene Reliefkarte des Erzgebirges: der steile Südabfall nach Böhmen, die sanfte Nordabdachung nach Sachsen, Flüsse und die Grenze auf dem Kamm.
  • Sachsen
  • Böhmen
  • Freiberg
  • Annaberg-Buchholz
  • Marienberg
  • Schneeberg
  • Schwarzenberg
  • Johanngeorgenstadt
  • Oberwiesenthal
  • Olbernhau
  • Seiffen
  • Joachimsthal (Jáchymov)
  • Graupen (Krupka)
  • Fichtelberg
  • Keilberg (Klínovec)
  • Chemnitz
  • Aue
  • Altenberg
Tafel 3. Das Erzgebirge zwischen Sachsen und Böhmen, mit den Bergstädten, von denen diese Chronik erzählt.

Ein Name aus Erz

Im 12. Jahrhundert hieß dieses Bergland schlicht „der Böhmerwald“: der Wald, durch den der Weg nach Böhmen führte. Mittelalterliche Chronisten schreiben auch von einem „dunklen Wald“, Miriquidi, an diesem Weg; spätere Historiker haben den Namen auf das Erzgebirge bezogen, obwohl die alten Texte nicht sagen, wo er lag.

Der Name Erzgebirge kam erst mit den großen Silberfunden auf. 1558 begegnet ein „Hauptmann der Erzgebirge“. Auch der tschechische Name, Krušné hory, stammt aus dem Bergbau, wohl von einem alten Wort für das Zerkleinern oder Abbauen von Erz. „Die rauen Berge“ bedeutet er nicht, auch wenn der Volksmund es so erklärt.

Selbst die Orte tragen Arbeit und Wetter im Namen. Seiffen ist nach den Seifen benannt, den Bachschottern, aus denen man Zinn wusch. Der Schneeberg hieß so, berichtet eine alte Quelle, „weil alle mal bey ausgange des winters der Schnee darauff am lengsten blieben“.

Gediegenes Drahtsilber, das sich über dunkle Kristalle auf einer Gesteinsstufe windet.
Tafel 4. Drahtsilber auf einer Gesteinsstufe: gediegenes Silber, in feinen Locken gewachsen.
Um 1168

Das erste Silber

Um 1168 kam auf den Feldern von Christiansdorf, einem erst wenige Jahre zuvor gerodeten Bauerndorf, Silbererz zutage – dort, wo heute Freiberg steht. Keine Urkunde hält den Fund fest; 1168 ist das Jahr, das die Forschung allgemein annimmt. Ein Chronist erzählte vier Jahrhunderte später von Salzfuhrleuten aus Halle, die das Erz am Weg fanden und in Goslar prüfen ließen. Eine schöne Geschichte – und sehr wahrscheinlich eine Sage.

Sicher ist, was folgte: ein Berggeschrei, die rasch umlaufende Kunde von reichen Erzfunden, die Bergleute, Händler, Köhler und Glücksritter herbeiströmen ließ. Erfahrene Bergleute kamen aus dem Harz. Die Siedlung erhielt ihren Namen von der Bergfreiheit, dem Recht jedes Neusiedlers, nach Erz zu schürfen: Freiberg. Im 13. Jahrhundert umschlossen ihre Mauern eine Stadt so groß wie Dresden.

Holzschnitt aus Agricolas De re metallica: drei Schächte am Hang, jeder mit Haspelhaus, unten durch einen Stollen verbunden.
Tafel 5. Schächte und Stollen im Berg, Holzschnitt aus Agricolas De re metallica, Basel 1556.Georgius Agricola, De re metallica (Basel, 1556), public domain; scan: National Library of Poland, via Wikimedia Commons

Das große Berggeschrei

Drei Jahrhunderte später rief das Gebirge erneut. 1470 wurde am Schneeberg reiches Silber erschürft, 1491 am Schreckenberg, wo 1496 die neue Stadt Annaberg entstand, und bei Marienberg, das 1521 als „Idealstadt“ der Renaissance angelegt wurde – als erste nördlich der Alpen. Die UNESCO nennt das Erzgebirge die bedeutendste Silberquelle Europas, besonders im Jahrhundert von 1460 bis 1560. Das Silber begründete den Reichtum Sachsens.

Auf böhmischer Seite gründeten die Grafen Schlick 1516 auf neue Funde hin Joachimsthal (heute Jáchymov). Ab 1519/20 prägten sie dort große Silbermünzen, die bald Joachimsthaler hießen, dann einfach Taler. Die Niederländer machten daraus den daalder, die Engländer den „dollar“, und nach der Revolution wählten die jungen Vereinigten Staaten den Dollar zu ihrer eigenen Währung; 1794 prägten sie ihre ersten Silberdollars. Im Wort steckt bis heute der Name eines erzgebirgischen Bergbautals.

Silber war nicht der einzige Schatz. Zinn wurde vom 13. Jahrhundert bis 1991 stetig gefördert. Kobalt machte die Region ab den 1630er-Jahren zu einem führenden Erzeuger von Smalte, einem tiefblauen Farbglas; die sächsischen Blaufarbenwerke hielten ein Weltmonopol, bis 1828 ein künstliches Blau erfunden wurde.

Matthäus Merians Kupferstich von Annaberg, 1650: die ummauerte Stadt mit ihrer großen Kirche, über Felder von einer bewaldeten Höhe aus gesehen.
Tafel 6. Annaberg, aus Matthäus Merians Topographia Superioris Saxoniae, 1650.Matthäus Merian, Topographia Superioris Saxoniae (Frankfurt, 1650), public domain, via Wikimedia Commons

Das Buch vom Bergbau

1527 kam ein junger Arzt namens Georg Bauer, der unter dem latinisierten Namen Georgius Agricola schrieb, als Stadtarzt nach Joachimsthal und verbrachte seine freien Stunden in Gruben und Hütten. Später Stadtarzt und viermal Bürgermeister in Chemnitz, schrieb er De re metallica, zwölf Bücher über Bergbau und Hüttenwesen, mit Hunderten von Holzschnitten. Das Werk erschien 1556 in Basel, wenige Monate nach seinem Tod, und blieb fast zwei Jahrhunderte lang das maßgebliche Lehrbuch. Die erste englische Übersetzung von 1912 stammt von Herbert Hoover, einem Bergbauingenieur und späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten, und seiner Frau Lou Henry Hoover.

Kolorierter Holzschnitt: Pferde treiben einen Göpel neben einem hölzernen Schachthaus, Bergleute leeren einen Erzkübel in einen Karren.
Tafel 7. Ein Pferdegöpel: Pferde drehen die Seiltrommel neben einem hölzernen Schachthaus, Bergleute kippen das geförderte Erz in einen Karren.

Arbeit beim Grubenlicht

Agricola beschreibt den Arbeitstag: Tag und Nacht teilen sich in drei Schichten zu je sieben Stunden. Die erste begann um vier Uhr morgens; die Nachtschicht, nur bei Bedarf erlaubt, wachte beim Schein der Lampen, und die Männer sangen, um nicht einzuschlafen. Das Ende der Schicht zeigten die Lampen selbst an: wenn das Öl fast verbraucht war und ausging.

Bis etwa 1890 leuchtete sich der Bergmann mit einer offenen Lampe für Talg oder Rüböl, der Froschlampe. Ein einfacher Bergmann musste um 1700 seinen Talg selbst kaufen. Sein Werkzeug waren Schlägel und Eisen, Hammer und spitzer Meißel, die gekreuzt zum Zeichen des Bergbaus wurden.

Im ausgehenden 16. Jahrhundert ordneten die Bergbeamten an, „daß die Steiger und Häuer uff allen Zechen / ehe sie einfahren / eine Viertel-Stunde lang beten und singen sollen“. Viele Huthäuser hatten dafür eine Betstube, manche mit einer kleinen Orgel.

Der Winter machte das Dunkel länger. In dieser Breite steht die Sonne um die Wintersonnenwende nur etwa acht Stunden am Himmel. Nach Agricolas Schichtplan fuhr der Mann der Frühschicht lange vor Sonnenaufgang ein, und der Mann der Mittagsschicht fuhr lange nach Einbruch der Dunkelheit aus.

Holzschnitt: zwei Bergleute in einer dunklen Strecke, der eine treibt mit Schlägel und Eisen ins Gestein, der andere lädt Erz im Schein einer Grubenlampe.
Tafel 8. Arbeit in einem engen Stollen beim Schein kleiner Öllampen.

Glück auf! Die Welt der Bergleute

Seit dem späten 17. Jahrhundert grüßen sich die Bergleute im Erzgebirge mit Glück auf!. Gemeint war der Wunsch, der Berg möge sich auf reiche Gänge öffnen: „Ich wünsche Glück, daß sich die Gänge dir auftun, nicht zuschließen“, erklärte ein Chronist 1684. Den gewöhnlichen Gruß Glück zu lehnten die Bergleute ab, denn zu klang nach einem Gang, der sich schließt. Erst später kam die Bedeutung hinzu, gesund wieder auszufahren. Die Hymne der Bergleute, das Steigerlied („Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“), hat Wurzeln in einem 1531 in Zwickau gedruckten Liederbuch.

Die Bergleute standen füreinander ein. In der Knappschaft zahlte jeder einen „Büchsenpfennig“, etwa ein Prozent seines Lohns, in eine Kasse für Kranke, Verletzte und Witwen. Die Annaberger Bergleute bezahlten aus ihren Büchsenpfennigen sogar eine eigene Kirche, die Bergkirche, in der ein Bergprediger um vier Uhr früh die Messe las, für die Männer, die von der Nachtschicht kamen, und die, die zur Frühschicht gingen. In der großen Stadtkirche St. Annen stiftete die Knappschaft um 1521 einen Altar, dessen bemalte Rückseite ihre Arbeit bis ins Kleinste zeigt.

Zu Festen zogen die Bergleute in einer schwarzen Paradetracht auf, dem Habit, der erstmals für ein fürstliches Hochzeitsfest bei Dresden im Jahr 1719 festgelegt wurde. Ihre Paraden füllen bis heute in jedem Advent die alten Bergstädte.

Kolorierter Trachtenkupferstich: sächsischer Bergmann im Habit mit schwarzem Kittel und Schulterkragen, Schachthut mit Federbusch, weißen Hosen, Barte und Messinglampe.
Tafel 9. Ein sächsischer Bergmann im Habit, mit Barte, Grubenlampe und Federbusch.

Licht im Dunkel

Das Licht, schrieb der Volkskundler Karl Ewald Fritzsch 1959, sei dem Bergmann bei der Arbeit unter Tage ebenso wichtig gewesen wie sein Werkzeug. Seit den 1670er-Jahren standen geschnitzte und zinnerne Bergmannsfiguren auf den Altären der Bergstädte und trugen die Altarkerzen. Im frühen 19. Jahrhundert berichtet ein Pfarrer, die Bergleute schnitzten im Advent Modelle ihrer Gruben und illuminierten sie „zur Freude ihrer Familie am Heiligen Abend“.

Im Erzgebirge erzählt man es so: Männer, die den Winter unter Tage beim Schein einer kleinen Lampe verbrachten, lernten das Licht über alles zu schätzen, und diese Sehnsucht fand ihren Weg in die Schwibbögen, Pyramiden und erleuchteten Fenster der Weihnachtszeit. Die Forschung ist vorsichtiger. Ein früherer Direktor des Dresdner Museums für Sächsische Volkskunst nennt das „eine fromme Legende“, die etwa Ende des 18. Jahrhunderts aufkam, und führt die Lichterfreude der Region auf die festlichen Illuminationen ihrer Feiertage zurück. Beides kann wahr sein: Die Lampen der Bergleute waren wirklich, und wirklich ist auch die Geschichte, die das Gebirge über sie erzählt.

Kupferstich einer ummauerten Bergstadt im Tal mit großer gotischer Kirche, an den Hängen Schachthäuser und Halden.
Tafel 10. Eine ummauerte Bergstadt im Tal, in ihrer Mitte die große Kirche, an den Hängen darüber Schachthäuser und Halden.

Als die Gruben verstummten

Erz geht zur Neige. Die reichsten Gänge des Silberjahrhunderts wurden einer nach dem anderen abgebaut; der Absatz des Kobalts brach in den 1620er- und 1630er-Jahren ein; der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) stürzte den Bergbau in einen tiefen Niedergang. In Joachimsthal schloss 1671 die Münze, weil das Silber fehlte. Jenseits der Grenze zwangen die Habsburger protestantische Bergleute, zu konvertieren oder zu gehen. 1654 zogen Exulanten aus Platten über den Kamm zurück und gründeten Sachsens letzte Bergstadt, Johanngeorgenstadt. In Seiffen erreichte die Zinnförderung um 1730 ihren Höhepunkt und fiel nach 1750 steil ab.

Ganz endete der Bergbau nie. 1765 gründete Sachsen in Freiberg die Bergakademie, heute die älteste noch bestehende montanwissenschaftliche Hochschule der Welt. Doch als das Deutsche Reich 1871 zur Goldwährung überging, verlor das Silber seinen Wert; 1903 beschloss der Staat die Stilllegung der Freiberger Gruben, und bis 1913 waren die meisten geschlossen (eine kurze Wiederaufnahme dauerte von 1937 bis 1969). Nach 1945 kam ein letzter, bitterer Ansturm: der Uranbergbau der sowjetisch geführten Wismut, die zu ihren Spitzenzeiten rund 200 000 Menschen beschäftigte und 1990 endete. Im Frühjahr 1991 war das letzte Erzbergwerk im Erzgebirge stillgelegt.

Lange zuvor hatten die Bergmannsfamilien einen anderen Broterwerb gefunden: das Holz. Davon erzählt das nächste Kapitel.

Ein genietetes eisernes Fördergerüst mit zwei Seilscheiben über einem alten Schacht, daneben ein steinernes Maschinenhaus mit Rundbogenfenstern, leichter Schnee.
Tafel 11. Ein erhaltenes Fördergerüst mit Treibehaus über einem alten Schacht.

Welterbe, 2019

Am 6. Juli 2019 nahm das UNESCO-Welterbekomitee in Baku die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Welterbeliste auf, eine Kulturlandschaft, die Deutschland und Tschechien gemeinsam gehört. Zu ihren 22 Bestandteilen, 17 in Sachsen und 5 in Tschechien, zählen Gruben, Schächte, Hütten, Wasserwirtschaftssysteme und ganze Bergstädte – eine Landschaft, geprägt von achthundert Jahren nahezu ununterbrochenen Bergbaus auf viele Metalle, vom 12. bis ins 20. Jahrhundert.

Auch die lebendigen Bräuche stehen unter Schutz. Die Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen wurden 2016 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, das Singen des Steigerlieds 2023.

Die Bergbauzeit im Überblick

  1. um 1168

    Silbererz bei Christiansdorf, wo heute Freiberg steht; das erste Berggeschrei.

  2. um 1300

    Zinngruben in Ehrenfriedersdorf, Geyer, Seiffen und Altenberg.

  3. 1470

    Reiches Silber am Schneeberg löst das zweite, große Berggeschrei aus.

  4. 1491

    Silberfund am Schreckenberg; 1496 Gründung Annabergs.

  5. 1516

    Gründung Joachimsthals (Jáchymov) auf neue Silberfunde hin.

  6. 1519/20

    Der erste Joachimsthaler, die Münze, der der Dollar seinen Namen verdankt.

  7. 1521

    Marienberg wird als Idealstadt der Renaissance angelegt.

  8. 1556

    Agricolas De re metallica erscheint in Basel.

  9. 1618–1648

    Dreißigjähriger Krieg; der Bergbau geht stark zurück.

  10. 1654

    Protestantische Exulanten aus Böhmen gründen Johanngeorgenstadt.

  11. 1719

    Bergleute ziehen beim Saturnfest bei Dresden im festgelegten Habit auf.

  12. 1765

    Gründung der Bergakademie Freiberg.

  13. 1913

    Die meisten Freiberger Silbergruben sind stillgelegt.

  14. 1946–1990

    Uranbergbau der sowjetisch geführten Wismut.

  15. 1991

    Die letzten Erzbergwerke des Erzgebirges schließen.

  16. 2019

    Die UNESCO nimmt die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Welterbeliste auf.

Quellen

  1. UNESCO-Welterbekomitee, Beschluss 43 COM 8B.26: Erzgebirge/Krušnohoří Mining Region (2019)
  2. Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V., Bergbaugeschichte
  3. Eva Pasche, „850 Jahre Freiberg im Erzgebirge“, Der Anschnitt 64 (2012)
  4. Walter Wenzel, „Der sächsische Erzbergbau im Spiegel der Namen“, Sächsische Heimatblätter 2/2020
  5. Georgius Agricola, De re metallica (1556), engl. Übersetzung H. C. und L. H. Hoover (1912), Project Gutenberg
  6. Deutsche Bundesbank, „Taler, Taler, du musst wandern“ (2020)
  7. Gerhard Heilfurth, „Zum Innovations- und Tradierungsprozeß des Bergmannsgrußes ‚Glückauf‘“
  8. Karl Ewald Fritzsch, „Bergmann und Engel als weihnachtliche Lichterträger“, Der Anschnitt (1959)
  9. Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Landschaftssteckbrief Oberes Westerzgebirge
  10. Wismut GmbH, Geschichte