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Eine Chronik der Holzkunst aus dem Erzgebirge

Aus dem Erzgebirge

Nussknacker

Sechs Nussknacker in einer Reihe auf einem grünen Kachelofen, am Ende eine Schale Walnüsse und ein Fichtenzweig.
Eine Reihe Nussknacker auf dem Kaminsims, Walnüsse in einer Schale.

Eine gestrenge Gestalt in bemalter Uniform, ein König, ein Soldat, ein Förster, mit einem Hebel im Rücken und einem Maul, das sich um eine Walnuss schließt. Seiffen drehte seinen ersten um 1870. Amerika machte ihn zu einer Ikone der Weihnacht.

Die Geschichte

Nussknacker in Figurengestalt sind viel älter als die aus dem Erzgebirge: Im 18. Jahrhundert waren geschnitzte „Nußbeißer“ besonders beliebt. Dann kamen die Geschichten. 1816 veröffentlichte E. T. A. Hoffmann in Berlin sein Märchen Nussknacker und Mausekönig; 1851 zeichnete Heinrich Hoffmann, der Verfasser des Struwwelpeter, das Bilderbuch König Nussknacker und der arme Reinhold, in dem ein hölzerner Nussknackerkönig im Traum eines Jungen lebendig wird.

Um 1870 begann in Seiffen der Drechsler Wilhelm Friedrich Füchtner, im Nebenerwerb Nussknacker zu drehen, und er gilt als bedeutendster Schöpfer des Seiffener Nussknackers. Seine gestrengen Könige werden oft mit Hoffmanns Bilderbuchkönig in Verbindung gebracht. Das Drechseln machte sie stabil und leicht zu wiederholen.

Seine amerikanische Laufbahn verdankt der Nussknacker dem Ballett. Tschaikowskys Nussknacker wurde im Dezember 1892 in Sankt Petersburg uraufgeführt. Das San Francisco Ballet zeigte am Heiligen Abend 1944 die erste vollständige amerikanische Inszenierung; George Balanchines New Yorker Fassung folgte im Februar 1954, und das Fernsehen brachte sie 1957 und 1958 in die Wohnzimmer. Viele Amerikaner erzählen, sie hätten den hölzernen Nussknacker durch Soldaten kennengelernt, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland heimkehrten; das ist eher Familiengeschichte als belegte Geschichte. Heute ist ihm in Leavenworth im Bundesstaat Washington ein eigenes Museum gewidmet, und im erzgebirgischen Neuhausen bewahrt ein Museum rund 5000 Nussknacker.

Wie er entsteht

Ein Nussknacker aus dem Erzgebirge ist Drechselarbeit: Körper, Beine, Kopf und Hut kommen von der Drehbank, Arme, Klappmaul und Hebel werden gesägt und so eingepasst, dass ein Druck auf den Hebel im Rücken das Maul schließt. Dann folgen die bemalte Uniform und das Gesicht. Selbst in den Betrieben der DDR-Jahre brauchte ein Nussknacker über hundert Arbeitsschritte.

Gebrauch und Pflege

Die meisten Nussknacker aus dem Erzgebirge haben einen funktionierenden Hebel, sind aber als Schmuck gemacht: Nüsseknacken hinterlässt Spuren an Maul und Farbe, und manche Händler bitten darum, sie nur zur Zierde aufzustellen. Halten Sie für die Nüsse einen gewöhnlichen Nussknacker bereit, und lassen Sie den hölzernen über die Schale wachen.

Fassen Sie einen Nussknacker am Körper an, nicht an Armen, Hut oder Hebel. Stauben Sie ihn mit einem weichen, trockenen Pinsel ab, nie mit Wasser oder Politur; halten Sie ihn von praller Sonne fern, die die Farben bleicht, und bewahren Sie ihn im Karton in einem trockenen Raum mit gleichmäßiger Temperatur auf.

Quellen

  1. Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen, „Weihnacht im Museum“
  2. Mindener Museum, Heinrich Hoffmanns König Nussknacker (Objektdatensatz)
  3. Neue Deutsche Biographie, Heinrich Hoffmann
  4. San Francisco Ballet, Geschichte
  5. George Balanchine Trust, The Nutcracker (1954)
  6. Leavenworth Nutcracker Museum, Sammlung
  7. DDR Museum Berlin, „10 objects for a Christmas in the GDR“ (2022)