Räuchermänner

Ein kleiner Holzmann mit Pfeife: ein Bergmann, ein Förster, ein Händler, ein Spielzeugmacher. In seinem Innern glimmt eine Räucherkerze, und der Duft kräuselt sich aus seinem Mund. In der Mundart des Gebirges heißt er Raachermannel.
Formen
Das Seiffener Spielzeugmuseum beschreibt den Räuchermann als gemütlichen Dorfbewohner, der mit der Pfeife im Mund vor sich hin pafft. Die überlieferten Figuren sind die Menschen des Gebirges und ihre Gewerbe: Bergleute, Spielzeugmacher, Jäger, Waldarbeiter, Händler und Besenbinder. Früh beliebt waren auch der Rastelbinder und Soldaten; als erste Frau kam erst um 1930 oder 1940 die Kloßfrau hinzu. Ein Räuchermann im Museum Schloss Wildeck in Zschopau stellt Karl Stülpner dar, den sagenhaften Wildschützen der Region.


Die Geschichte
Der hölzerne Räuchermann gehört zu den jüngeren Stücken. Das Seiffener Spielzeugmuseum schreibt die ersten dem Drechsler Ferdinand Frohs zu, in Heidelberg, einem Nachbardorf von Seiffen, um 1850; andere Darstellungen nennen neben ihm seinen Neffen Gotthelf Friedrich Haustein. Rauchende Figuren aus Pappmaché entstanden etwas früher in Sonneberg in Thüringen, um 1820 bis 1830.
Der Weihrauch ist älter als die Figur. Der Überlieferung nach wurden Räucherkerzen schon um 1750 in Crottendorf hergestellt, einem Ort im westlichen Erzgebirge, wo sie bis heute entstehen. Sie verbreiteten sich mit den Weihnachtsbräuchen der Mitte des 19. Jahrhunderts und mit den ersten Räuchermännern. Eine Räucherkerze ist eine kleine Mischung aus Holzkohle, Holzmehl, einem Bindemittel wie Kartoffelstärke und Duftstoffen: Weihrauchharz, Sandelholz, Tanne.
Die Räuchermänner wurden weit über das Gebirge hinaus so beliebt, dass in den DDR-Jahren viele in die Bundesrepublik, nach Italien und Österreich exportiert wurden und daheim mitunter schwer zu finden waren.
Wie er funktioniert
Ein Räuchermann ist eine kleine gedrechselte Figur, die sich in der Mitte teilen lässt. Die untere Hälfte, Sockel und Beine, trägt eine Holzscheibe mit einem Blechplättchen, auf dem die Räucherkerze glimmt. Der Oberkörper ist hohl gedreht und wird darübergesetzt. Der Rauch steigt im Innern auf und zieht durch den Mund ab, während eine Öffnung hinten oder in der Scheibe frische Luft einlässt; sie hält die Kerze am Glimmen und schiebt den Rauch hinaus.
Gebrauch und Pflege
Die richtige Kerze wählen. Räucherkerzen gibt es in Mini- und Normalgröße, dazu große für große Figuren. Kleine Räuchermänner, je nach Hersteller etwa unter 12 bis 18 Zentimetern ohne Sockel gemessen, brauchen Mini-Kerzen; größere die Normalgröße. Eine Kerze in falscher Größe kann ausgehen, ebenso eine feuchte oder eine, die im Luftzug steht. Nennt das Etikett der Figur oder die Schachtel eine Größe, halten Sie sich daran.
Anzünden. Nehmen Sie das Oberteil ab. Zünden Sie die Spitze der Kerze mit einem Streichholz an, lassen Sie sie kurz brennen und pusten Sie die Flamme aus, sodass die Spitze orange glimmt. Setzen Sie die Kerze gleich auf das Blechplättchen, ohne dass sie das Holz berührt, und setzen Sie das Oberteil wieder auf.
Dann stehen lassen. Bewegen Sie den Räuchermann nicht, solange die Kerze glimmt: Asche oder Glut können herausfallen. Stellen Sie ihn auf eine hitzebeständige Unterlage, fern von allem, was Feuer fangen kann, und bleiben Sie in der Nähe. Das Umweltbundesamt rät, beim Abbrennen von Räucherkerzen ausreichend zu lüften.
Danach. Lassen Sie die Asche vollständig abkühlen, bevor Sie sie entsorgen, und reinigen Sie Plättchen und Luftlöcher ab und zu; verstopfte Löcher sind der häufigste Grund, warum eine Kerze ausgeht. Bewahren Sie die Räucherkerzen trocken auf. Stauben Sie die Figur mit einem weichen Pinsel ab und bewahren Sie sie im Karton in einem trockenen Raum auf.




